Ausführliche Geschichte von Wintarnaht
Biographie
Wintarnaht wurde 1997 von mir (Grimwald: Gitarre) gegründet. Meine erste Band Morial (früher 1995-1996 unter Mortal) hatte sich damals gerade aufgelöst. Morial spielten Death Metal mit Grind Einflüssen. Den alten und neueren Kram könnt ihr hier im Stream sogar anhören. Musikalisch zog es mich aber immer mehr zum Black- und Pagan Metal und meinen damaligen Drummer eher zu purem Grindcore. Also begann ich zuerst allein mit einem neuen Projekt, genannt Winternight.

Muzgash und Grimwald 1998

Goatruler 1999
Im Frühjahr 1998 wurde die Rhythmusgitarre dann mit Muzgash besetzt und wir begannen erste Demoaufnahmen (mit einem primitiven Kassettenrekorder) aufzunehmen. Kurz darauf fand man in Goatruler einen passenden Drummer. Lange suchten wir einen geeigneten Sänger, der clean singen und screamen kann. Viele redeten viel und konnten nichts… Als der letzte Kandidat im Proberaum nicht mal einen Pieps herausbekam, platzte mir der Kragen. Ich nahm das Mikro und versuchte mich selbst an Gesang und Gitarre. Das dauerte natürlich wieder längere Zeit, bis es einigermaßen klappte. Aber so kam ich als Gitarrist zum Gesang, das war so nie geplant. Gesang oder Frontmann war nie mein Vorhaben... Nun ist der Gesang tatsächlich mein liebstes “Instrument”. Aus dieser Zeit, gibt es tatsächlich eine “brauchbare” Kassettenrekorder Aufnahme, welche auf der limitierten Anþjaz Kassette. Hier auf unserem Kanal zu hören: The Lost Spirit. Wieder ein Jahr später wurde das Lineup mit Thule am Bass vervollständigt.

Das erste Logo 1998 (von Muzgash)
Meine musikalischen Vorbilder waren damals Falkenbach, Burzum, Isengard, frühe Darkthrone und Helheim. Thematisch wollte ich mich hauptsächlich mit dem Heidentum beschäftigen. Satanismus war für mich keine Option, da ich darin den gleichen Blödsinn sah und sehe wie im Christentum (und dem ganzen anderen Theistischen Humbug). Der Bandname Winternight stammt tatsächlich von Falkenbachs Lied Winternight, sowie dem heidnischen Opferfest der Winternacht (Vetrnóttablót). So dümpelten wir einige Zeit in verschiedenen versifften Proberäumen vor uns hin. Zuerst in Welzheim, in Stuttgart in einem alten Bunker und in verschiedenen Räumen in Schorndorf. Damals noch in Württemberg.
Kurz vor den geplanten Aufnahmen zum ersten Demo, verließ Gitarrist Muzgash die Band und widmete sich seinem eigenen Musikprojekt Warfare. 2001 wurde in der übrig gebliebenen Dreierbesetzung ein einziges Konzert in Plüderhausen gespielt. Danach löste ich aus Frust und mangelhaftem Vorankommen die Band erstmal auf und machte 3 Jahre überhaupt keine Musik mehr.
Im Jahr 2004 wurde Winternight dann doch von mir (Gitarren, Gesang) und Goatruler (Schlagzeug) wiederbelebt. Zunächst planten wir endlich die alten, bereits vorhandenen Lieder aufzunehmen und als Demo zu veröffentlichen, bevor wir uns mit neuen Liedern beschäftigen wollten. Die alten Sachen klebten wie Kaugummi an uns und waren einfach auch zu schade sie niemals fertig zu stellen. Wie immer gab es viele Fallstricke… Im Jahr 2007 erschien schlußendlich das Demo Rache… als handnummerierte CD-R (auf 96 Stück limitiert) und ein paar Monate später als Split-Tape mit Trollzorn. Das Demo enthielt nun die alten Lieder von 1997 bis 2004. Die CD-Version bekam ein Bonuslied, genannt “Der Thron aus Eis”. Hierbei handelte es sich um eine rohe, neue Proberaumaufnahme aus dem Jahr 2007. Heute heißt der Song “Seþal ûz îs”, wurde neu aufgenommen und ist noch heute oft in der Live Setlist. Zum Neustart von Winternight entwarf ich auch ein neues Logo, welches ihr im nächsten Bild seht.

Winternight Logo ab 2004

Grimwald und Goatruler 2012
2010 erschien nun das erste Album Pestilenz. Veröffentlicht wurden 1000 Einheiten als CD über das Plattenlabel Obscure Abhorrence Productions. Da es mehrere Metalbands unter dem Namen Winternight gab und weiteren Gründen, entschied ich mich 2011 dafür die Band in das gleichbedeutende Althochdeutsche Wintarnaht umzubenennen. Zudem hatte ich beschlossen, alle zukünftigen Texte nur noch in der althochdeutschen Sprache zu verfassen, um sich von anderen Bands des Genres abzusetzen.
Aussprache des Althochdeutschen WINTARNAHT: Die Aussprache ist im Grunde fast dieselbe wie in der modernen deutschen Sprache. Der zweite Wortteil die NAHT (Nacht), wird wie heute die Nacht ausgesprochen. Das althochdeutsche H wird wie ein kratziges CH ausgesprochen. Ein wenig als wärt ihr Schweizer. Also in Lautschrift einfach WINTARNACHT. Das für uns fehlende C im CH wurde erst im Mittelhochdeutschen hinzugefügt. Mit der Naht (nât) oder es naht (nâen), wie es manche aussprechen hat das also gar nichts zu tun. Das ist ein völlig anderes Wort. Um euch noch ein wenig durcheinander zu bringen: Wenn im Althochdeutschen ein CH am Anfang steht, dann spricht man das wie ein K aus. Also CHind spricht man dann wie das heutige Kind. Mehr dazu, könnt ihr in der Rubrik Althochdeutsch lesen.

Im Jahr 2013 erschien das Album Tôdhên Uoþal. Der Titel bedeutet frei übersetzt „Sterbende Heimat“. Das Album wurde in einer Auflage von 500 CDs erneut über Obscure Abhorrence Productions veröffentlicht. Ein Jahr später wurden diverse Gastmusiker angeheuert um wieder Live aufzutreten. Darunter auch mein treuer Wegbegleiter bei mehreren Bands VRCHTR. Im Juni 2014 spielten wir zuerst auf dem wunderbaren Funkenflug (Speckjaga) in Österreich.
Die Download-EP þiu Sunnawentî (Die Sonnenwenden) erschien im April 2015. Diese EP war zwei Jahre lang zum kostenlosen Download auf der längst gelöschten Bandcampseite erhältlich. Diese EP wurde wiederveröffentlicht auf der Compilation Germinôd - Archaische Verse. Zuerst als Kassette (121 Stück), dann als auf 222 Stück limitierte CD. Diese CD aus dem Jahre 2019 stellt auch die erste Veröffentlichung von Archaic-Oath (Productions) dar.

Wintarnaht 2016 mit Livebesetzung: Heriþegan, ArdathBey, Grimwald, Goatruler, VRCHTR.
Im Januar 2017 trennte ich mich von meinem langjährigen Schlagzeuger Goatruler aufgrund musikalischer und ideologischer Differenzen. Aufgrund dessen wurden alle weiteren Liveauftritte abgesagt. Ich beschloß die Band alleine weiterzuführen. Am 11. März 2017 erschien über Talheim Records (Österreich) das dritte Album In Âgez (In Vergessenheit) auf CD in 1000 Einheiten.
Im Jahr 2017 änderte ich abermals das Hauptlogo von Wintarnaht. Das bisherige entsprach nicht mehr meinen Vorstellungen und nach dem Bruch mit meinem Drummer, war es Zeit für ein wenig neuen Wind. Ich entwarf ein einfacheres, klassisch gestaltetes und zeichnete es mit meinem Wichtigsten… In Blut. Die anderen (Neben-) Logos, wie die Zierscheibe und die Binderunen benutze ich natürlich weiterhin. Die Zierscheibe von 2013 wurde jedoch auch überarbeitet und neu in Blut veredelt. Warum Blut? Das hat ganz einfach rituellen Charakter und hat mit der alten Tradition des Färben und Aufladen der Runen zu tun. Es war das mächtigste Ritual unserer Vorfahren, geritzte Runen mit Macht und Kraft auszustatten.


Im März 2019 erschien wieder via Talheim Records eine Split-CD , mit der steirischen Black-Metal-Band Varulv. Die Veröffentlichung unter dem Titel Unterweltmysterien befasst sich thematisch mit den sogenannten Schratzellöchern, besser als Erdställe bekannt. Aufgrund der Thematik, der Art der Veröffentlichung als Split und zur leichteren Verständlichkeit wurden die drei Wintarnaht Lieder in heutigem Standarddeutsch gesungen.

Das vierte Album Hriuwa erschien am 31. Oktober 2020. Hriuwa, das übersetzt Trauer bedeutet, ist wieder vollständig in der althochdeutschen Sprache verfasst. Es erschienen 500 CDs und 300 Doppel LPs. Kurz darauf verließ ich Talheim Records. Aufgrund der mannigfaltigen schlechten Erfahrungen mit Plattenfirmen, beschloß ich alle meine Veröffentlichungen von Wintarnaht (und anderen) zukünftig über Archaic-Oath selbst zu Releasen.
Das Album Anþjaz erschien nun am 12. März 2023, als Gemeinschaftsveröffentlichung über Archaic-Oath und dem befreundeten Label Schierling Klangkunst. Es wurden 300 CDs gepresst. Im Juni 2026 erscheint das Album nun auch auf LP in 300 Einheiten. Es handelt sich um Zusammenarbeit von Archaic-Oath Productions und Amor Fati Productions.

Grimwald 2023 Anþjaz Fotosession
Zum 10-jährigen Jubiläum des ausverkauften Albums Tôdhên Uoþal erschien ein 2 MC Kassettenbox genannt Tôdhên Uoþal / Die Blutbuche (10 Winter Jubilaeum). Im Jahre 2023 erschien die remasterte Neuauflage von „Tôdhên Uoþal“ und das Pre Album davon, genannt „Die Blutbuche“, welches bereits 2011 mit einem Drumcomputer und deutschen Songtexten aufgenommen wurde. Kurz nach der Produktion von Die Blutbuche“ beschloss ich damals, das Material zu verwerfen und nahm die Lieder in althochdeutscher Sprache neu auf, um sie dann als „Tôdhên Uoþal“ 2013 zu veröffentlichen.
Es handelte sich um eine handnummerierte Sammleredition mit 2 Kassetten, in einer schwarzen Box mit geprägtem Logo aus bronzefarbener Metallfolie und Samteinlage. Im Lieferumfang enthalten waren 2 Buttons (nur in dieser Box), 1 Buch mit 24 Einzelblättern mit allen Texten in Althochdeutsch und Deutsch, sowie der Geschichte und Werdegang dieser zwei Veröffentlichungen. Die Box war auf 50 Stück limitiert.
Vermutlich im Juni 2026 erscheint das Album Tôdhên Uoþal nun das erste mal auf Vinyl. Als Gatefold Doppel LP zu 300 Einheiten, inklusive einem 16-seitigen A5 Booklet. Es handelt sich auch hier um eine Zusammenarbeit von Archaic-Oath Productions und Amor Fati Productions.
Im Jahr 2024 ergab sich unerwartet die Fügung, dass Wintarnaht wieder die Bühne entern werden. Durch laaange Zusprache meine Live Bassisten Aares, gelang es ihm mich zu überzeugen… So geht die Geschichte nun auch Live wieder weiter und es ließ sich eine eiserne Livetruppe schmieden.
Wir lesen, sehen und hören uns zum 30-jährigen 2027… Saliþa!